Der Mann mit zwei Bärten

The Man with Two Beards

Der legendäre Juwelenräuber Michael Moonshine wird aus der Haft entlassen und setzt sich unter falschem Namen in einem Vorort zur Ruhe. Schon bald ereignen sich in dem friedlichen Idyll Dinge, die nur einen Schluss zuzulassen scheinen ...

»Mein lieber Herr«, sagte der Professor protestierend, »glauben Sie denn wirklich nicht, daß Kriminologie eine Wissenschaft ist?« »Ich bin da nicht so sicher«, erwiderte Father Brown. »Glauben Sie denn, daß die Hagiologie eine Wissenschaft ist?« »Was ist denn das?« fragte der Spezialist scharf. »Nein, das ist nicht das Studium von Hagelhexen und hat nichts mit der Hexenverbrennung zu tun«, sagte der Priester lächelnd. »Es ist das Studium von heiligen Dingen, von Heiligen und so weiter. Wissen Sie, im Mittelalter versuchte man, aus den guten Menschen eine Wissenschaft zu machen. Aber in unserem humanen und aufgeklärten Zeitalter ist man nur noch an einer Wissenschaft über die Schlechten interessiert. Und doch glaube ich, unsere allgemeine Erfahrung zeigt, daß jede nur vorstellbare Art Mensch zum Heiligen geworden ist. Und ich vermute, Sie werden auch herausfinden, daß jede nur vorstellbare Art Mensch zum Mörder geworden ist.«

Hörprobe (7:10):
"Der Mann mit zwei Bärten"
aus der Reihe "Father Brown - Das Original"
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Anmerkungen des Übersetzers Hanswilhelm Haefs

 

"Hagiologie ... Hagelhexen"

Petersplatz, Rom

Hagiologie ist die Wissenschaft von heiligen Dingen (Hagiographie die Lebensbeschreibung Heiliger); Chesterton spielt mit "hagiology" und "hag" = Hexe, daher "Hagelhexe".

Wikipedia-Artikel: Hagiographie (Hagiologie)

 

"Kannibaleninseln"

Die Karibischen Inseln
Zeichnung mit Darstellung von Kannibalismus in Brasilien in Hans Stades Buch 'Warhaftige beschreybung eyner Landschafft der wilden nacketen grimmigen menschenfresser in der newen Welt America'. Veröffentlicht in Marburg von Andres Colb 1557

Die "Cannibal Islands" sind eigentlich die Karibischen Inseln. Das Wort "Kannibale/Cannibals" o. a. ist vom spanischen "canibales" abgeleitet, das wiederum aus "caribales" entstand und ursprünglich die Kariben bezeichnete, die von Spanien ausgemordeten Ureinwohner der Karibischen Inseln; die Selbstbezeichnung "caribe" bedeutete "die Tapferen, die Mutigen" und bezog sich ursprünglich nur auf die Kriegerkaste. Da die Kariben rituellen Verzehr von Menschenfleisch kannten und betrieben, wurde ihr Name zum Synonym für Menschenfresser. Umgangssprachlich auch Bezeichnung für ferne wilde Gegenden, etwa phantastische Südseeinseln usw.

Wikipedia-Artikel: Westindische Inseln

Wikipedia-Artikel: Kannibalismus

 

"Robin Hood oder Rob Roy"

Robin-Hood-Denkmal vor dem Schloss in Nottingham

Robin Hood ist ein Volksheld der englischen Sage und Literatur, der erstmals in Version B von Piers the Plowman ca. 1377 genannt wird, dann wieder ca. 1420 in der Original Chronicle of Scotland von Andrew of Wyntoun, zuletzt 1521 in John Mairs Historia Majoris Britanniae tam Angliae quam Scotiae. Daneben treten sehr früh Balladen um ihn auf, deren älteste in die Zeit Edwards II. (1284-1327) zurückreicht und mit zum Wurzelstock der bedeutendsten gilt, A Lytell Geste of Robyn Hode, die erstmals 1495 gedruckt wurde. Die Gestalt spielte dann vor allem in den Dramen des elisabethanischen Zeitalters eine große Rolle: bei Shakespeare, Sidney, Ben Jonson, Drayton, Warner, A. Munday, Lamden, Stow, Braithwaite, Füller usw.; später vor allem bei Alfred Lord Tennyson und in Walter Scotts Ivanhoe (unter dem Namen Locksley). Eine umfangreiche Literatur hat versucht, R. H. als historische Gestalt nachzuweisen: Belegt ist sein Name in den Wakefield-Steuerakten als "Robyn Hod" und als "Robertus Hood"; dennoch halten die meisten ihn für Robert Fitzooth, Earl of Huntingdon (wenn man ihn nicht im Zuge der Entmythologisierungen des 19. Jahrhunderts überhaupt als reine Sagengestalt ohne historischen Hintergrund, dafür aber als Verkörperung altgermanischer, gar altindischer Naturgottheiten ansah). Seine Gestalt ist widersprüchlich insofern, als sein Name "Robin" die normannofranzösische Form des Namens Robert darstellt, seine Rolle aber die des letzten Kämpfers der Angelsachsen gegen die normannischen Usurpatoren ist. Hierbei spielt nun die eigentümliche "Leyenda negra" über John Lackland eine bedeutsame Rolle, die eindeutig von jenem Bericht des "Klerikers Robert" ihren Ausgang genommen hat, den Matthäus Paris in seine Chronica Majora zum Jahre 1213 aufgenommen hat, der aber einen realen Vorgang des Jahres 1209 beschreibt. Robert schildert John Lackland in all jenen düsteren Farben und mit all den Lastern, von denen die Zeitgenossen nichts wussten, die dann aber vor allem durch die Robin-Hood-Sage verfestigt wurden und schließlich den Rang einer historischen Wahrheit erhielten, an der die Wissenschaft erst in der letzten Zeit zu zweifeln beginnt. Ähnlich ist das strahlende Bild von Richard Löwenherz erheblich zu korrigieren. Richard, der Ritter und großherzige Freund der Barden (die in ihren Liedern sein Bild entsprechend strahlend zeichneten), war in Wirklichkeit einer der politisch unfähigsten englischen Throninhaber, der Thron und Reich durch seine Torheiten fast verspielt und seinem Bruder John ein wirtschaftlich zerstörtes und von Frankreichs König wie dem Papst als Beute begehrtes Land hinterlassen hat. John hinwiederum, zweifellos kein besonders liebenswürdiger Charakter, hat es auf unglaublich trickreiche Weise geschafft, diesen Doppelangriff abzuwehren, das Reich wirtschaftlich zu sanieren und die Krone zu behalten. Die "schwarze Legende" hat sich offenbar erst nach Abschluss der Chronica Majora und ihrem Bekanntwerden in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts verbreitet und in dem Maße an Gewicht gewonnen, in dem die Nebenlinie Lancaster des Stammhauses Plantagenet gegen dieses zum Machtkampf antrat. Zu Rob Roy fand sich lediglich der folgende Satz in Walter Scotts Widmungsbrief zu Ivanhoe, den er als Laurence Templeton zeichnete: "Mit dem Namen Robin Hood sollte man bei sachgerechter Beschwörung einen Geist ebenso schnell herbeirufen wie mit dem Rob Roys; und den Patrioten Englands gebührt in unseren modernen Kreisen ihr Ruhm nicht weniger als den Bruces und Wallaces von Kaledonien", also von Schottland. Hieraus lässt sich schließen, dass Rob Roy wohl ein schottisches Gegenstück zum angelsächsischen Robin Hood war, dass Chesterton wahrscheinlich die Namenskombination eben dieser Stelle bei Scott entnommen hat und dass in der Tatsache des schottischen Hintergrundes die Antwort darauf zu finden ist, warum in britischen Quellen wie der Encyclopedia Britannica das Stichwort Rob Roy nicht auftaucht, während das Stichwort Robin Hood ausführlich behandelt wird.

Wikipedia-Artikel: Robin Hood

 

"Springteufel-Jack"

Spring Heeled Jack auf einer Illustration um 1890

Im Original "Springheeled Jack", ein dem damaligen englischen Zeitungsleser wohlbekannter Gauner oder Gangster.

Wikipedia-Artikel: Spring Heeled Jack

 

"Thunder-Bolt"

Contemporary Dinky Toy model of the 1937 car

Name eines frühen britischen Autotyps.

Wikipedia-article: Thunderbolt (car)

 

"wie in tiefem Sinnen"

"Wie in tiefem Sinnen" ist die sinngerechte Umsetzung des idiomatischen Begriffs "in a brown study"; den seltenen Ausdruck wählte Chesterton zweifellos als wortspielerische Ergänzung zum Namen Father Brown, die leider nicht übersetzbar ist.

 

"Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein"

Kreuzigungsszene im Dom von Siena (1308-1311)

"Wahrlich, ich sage dir - heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein." So Jesus laut Lukas 23, 39-42, zum guten Schächer (eine Szene, die Matthäus wie Markus unbekannt ist, bei denen im Gegenteil beide Schächer Jesus verhöhnen).

Wikipedia-Artikel: Schächer

Wikipedia-Artikel: Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuz

 

"Den singenden Schreinern ..."

Heinrich V. von England

Bei Shakespeare heißt es in Henry V, Akt 1, Szene 2, Zeile 187 f.: "The singing masons building roofs of gold."

Wikipedia-Artikel: Heinrich V. (Drama)

 

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