Das schlimmste Verbrechen der Welt

The Worst Crime in the World

Hauptmann Musgrave ist ein vielgefragter Mann. Der Anwalt Granby will ihm auf den Zahn fühlen, und Elizabeth Fane soll den jungen Adeligen heiraten. Doch während der Anwalt schnell überzeugt ist, kommen der Nichte Father Browns erste Zweifel ...

Father Brown durchwanderte eine Bildergalerie mit einem Ausdruck, der andeutete, daß er nicht gekommen war, um sich die Bilder anzusehen. Er hatte wirklich nicht den Wunsch, sich die Bilder anzusehen, obwohl er Bilder durchaus liebte. Nicht, daß es da irgend etwas Unmoralisches oder Unanständiges in diesen hochmodernen bildlichen Darstellungen gegeben hätte. Der wäre wirklich von einem hochentzündlichen Temperament, den die Abbildung unterbrochener Spiralen, umgedrehter Kegel und zerbrochener Zylinder, mit denen die Kunst der Zukunft die Menschheit anregen oder bedrohen will, zu einer jener heidnischeren Leidenschaften erregt hätte. Die Wahrheit ist, daß Father Brown nach einer jungen Freundin Ausschau hielt, die diesen etwas ungereimten Treffpunkt vorgeschlagen hatte, da sie selbst leicht futuristische Neigungen hatte.

Hörprobe (8:32):
"Das schlimmste Verbrechen der Welt"
aus der Reihe "Father Brown - Das Original"
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Anmerkungen des Übersetzers Hanswilhelm Haefs

 

"futuristische Neigungen"

Filippo Tommaso Marinetti

1909 begründete der italienische Schriftsteller Filippo Tommaso Marinetti durch das "Manifeste futurista" eine literarische, künstlerische und politische Bewegung, den Futurismus, der für eine völlige Erneuerung Italiens durch Loslösung von allen Überlieferungen eintrat, Kampf und Gefahr, Technik, Geschwindigkeit und Krieg verherrlichte, in ganz Europa Widerhall fand, und für viele Leitgedanken des späteren Faschismus Ideenlieferant wurde.

Wikipedia-Artikel: Futurismus

Wikipedia-Artikel: Filippo Tommaso Marinetti

 

"der Zauber eines Basilisken"

Basilisk aus Bertuch's Fabelwesen (Friedrich Johann Justin Bertuch, 1747-1822)

Der Blick des Basilisken ließ in der altgriechischen Mythologie das angeblickte Wesen versteinern.

Wikipedia-Artikel: Basilisk (Mythologie)

 

"post obit"

lat. = etwa: nach dem Exitus, also der Zeitpunkt, zu dem eine Erbschaft für den Erben verfügbar wird.

 

"Fideikommiss"

Alter Rechtsbegriff, der festlegte, dass ein Besitz ungeteilt weiterzuvererben war; der jeweilige Inhaber war also sozusagen nur Nutznießer auf Zeit, ohne das Recht der freien Veräußerung oder der Vererbung an jemand anderen als den traditionell Erbberechtigten (fast immer der Erstgeborene).

Wikipedia-Artikel: Familienfideikommiss

 

"Mann bei Dickens"

Charles Dickens (daguerreotype)

Bei Dickens gibt es so viele Männer, dass die Suche nach diesem bestimmten gar nicht erst aufgenommen wurde.

Wikipedia-Artikel: Charles Dickens

 

"West Riding"

Das West Riding of Yorkshire als Verwaltungsgrafschaft von 1888 bis 1974

Ursprünglich "Thrithing" oder "Thriding " = Drittelthing oder -ding = Drittelgericht(sbezirk). Nach skandinavischer Tradition wurden die Provinzen (Counties) für Rechts- und Verwaltungszwecke gedrittelt, ein Verfahren, das auch nach der normannischen Eroberung noch blühte und erst im 13. Jahrhundert verschwand. Die "Thrithings" wurden ausschließlich durch den Vorsatz von West, North, East, South voneinander unterschieden, so dass immer das anlautende "th" auf ein auslautendes "t" oder "th" stieß und davon aufgesogen wurde. So entstanden die "Ridings" (die also nichts mit "ridings" im Sinne von Grenzumreitungen zu tun haben). Vor allem Yorkshire war seit alters her in West, North, East Riding geteilt, die bis heute ihre eigenen Institutionen bewahrt haben, auch wenn sie durch den Local Government Act von 1888 in eigene Counties umgewandelt wurden. (Die Ridings von Lindsey in Lincolnshire sind in North, West, South R. gegliedert.)

Wikipedia-Artikel: West Riding of Yorkshire

Wikipedia-article: West Riding of Lindsey

Wikipedia-article: Riding (country subdivision)

Wikipedia-Artikel: Verwaltungsgrafschaften Englands

 

"Grenzschloss ... Grenzkrieg"

Cromwell at Dunbar by Andrew Carrick Gow c. 1650 oil on canvas

Es handelt sich um das Gebiet an der englisch-schottischen Grenze, an der es zuletzt 1603-1707 zu blutigen Grenzkriegen kam. Erst danach entstand das "Vereinigte Königreich", in dem Schottland aber bis heute Eigenrechte bewahrt hat, die immer energischer vertreten werden. Der Widerstand Schottlands gegen die Vereinigung wurde und wird vor allem aus den eigenständigen Traditionen der keltischen Pikten und Skoten gespeist (nebst den dynastischen Fragen und Religionsproblemen).

Wikipedia-Artikel: Geschichte Schottlands

Wikipedia-Artikel: Massaker von Glencoe

 

"Grampians"

Grampian Mountains beim Ben Nevis

The Grampians sind ein zum Teil ziemlich wildes Gebirgsmassiv, das in Zentralschottland von Südwest nach Nordost bis an die Nordsee reicht. Die südlichen Teile, welche die Grenze zwischen Lowlands und Highlands bilden, sind sanfter geschwungen und weisen üppige Weidelandschaften auf. In den wilderen Gebirgswäldern lebten ursprünglich die nördlichen Pikten, die Kaledonier, die anno Domini 84 unter Galgacus gegen Roms Legionen unter Agricola unterlagen. Die Schlacht fand römischen Quellen zufolge am Mons Graupius statt, der bis heute nicht identifiziert werden konnte (kelt. "craupios" = Hügelrücken), durch Verlesung wurde daraus später Grampius, woher die Grampians ihren Namen haben.

Wikipedia-Artikel: Grampian Mountains

 

"Baronet"

Die 'Rote Hand von Ulster', Wappenzusatz der Baronets

1611 von James I. eingeführte niederste Erbadelsklasse, mit der die Gentry anfängt (der eigentliche Adel hört beim Baron auf). Die Gentry entstand durch die Verschmelzung von niederem Landadel mit dem Großbürgertum.

Wikipedia-Artikel: Baronet

 

"Die Geheimnisse von Udolpho"

Ann Radcliffe

"The Mysteries of Udolpho" von Ann Radcliffe (1764-1823), erschienen 1794, einer der berühmtesten englischen Schauerromane, der nach dem Muster von Horace Walpoles Castle of Otranto (1765) ein mittelalterliches, halbverfallenes Schloss in den Apenninen als Schauplatz hat. A. Radcliffe ließ es sich aber angelegen sein, alle Schauereffekte in Schloss Udolpho ausschließlich auf natürliche Weise erklären zu können, auch wenn die Wirkung als übernatürlich erscheint.

Wikipedia-Artikel: Ann Radcliffe

Wikipedia-article: The Mysteries of Udolpho

 

"Wilhelm von Oranien ... jakobitische Märtyrer ... Eduard I. ... Eduard II. ... Eduard III. ... Gaveston ... Bruce"

Wilhelm III. von Oranien, der spätere König von England, Schottland und Irland, im Jahre 1677

Zu diesem erstaunlichen Geschichtsbild des Sir John Musgrave sei angemerkt: Wilhelm III. von Oranien (1650-1702) war ab 1674 Erbstatthalter der Niederlande und Vorkämpfer gegen Ludwig XIV. von Frankreich und für den Protestantismus; seit 1677 mit Maria, der Tochter des späteren letzten Königs von Schottland Jakob II., verheiratet, dessen katholisierende frankreichfreundliche Politik 1686 die parlamentarische Opposition Englands zu Hilfegesuchen an Wilhelm veranlasste, der 1688 mit Truppenmacht in England landete und nach der Flucht Jakobs, den er 1690 in Irland an der Boyne schlug, vom englischen Parlament zusammen mit seiner Frau die Krone übertragen erhielt.

Wikipedia-Artikel: Wilhelm III. (Oranien)

König Jakob II. von England

Als jakobitische Märtyrer gelten die vorwiegend katholischen Anhänger Jakobs, deren Verfolgung sowohl politische wie religiöse wie ethnische Gründe (Engländer gegen Schotten) hatte und sich trotz Wilhelms Bemühungen in den für solche mitbürgerlichen Verfolgungen typischen unmenschlichen Formen mit kräftiger Selbstbereicherung abspielte.

Wikipedia-Artikel: Jakob II. (England)

Portrait von Edward I. in Westminster Abbey

Eduard I. (1230-1307) wurde 1273 König von England, focht für den Festlandbesitz (in Frankreich) und gegen Wales und Schottland; er gilt als einer der wenigen Throninhaber, die Gerechtigkeit liebten und ihr Wort hielten; gegen die Anmaßung des Hochadels verfolgte er die von Simon von Montfort (Earl of Leicester, 1200-1265, führte die Opposition der Barone gegen die zentralistische Politik Heinrichs III., wandelte das Parlament in eine ständige Institution um) begonnene Politik, die Machtvorstellung der Monarchie zu beschneiden und sich damit die wohlwollende Unterstützung der Bevölkerung zu erkaufen; er war ein ausgezeichneter Verwalter, ein kluger Außenpolitiker und jederzeit bereit, gute Ideen anderer zu verwirklichen; er hielt mühsam Frieden mit Frankreich, unterwarf Wales, scheiterte am schottischen Widerstand und vertrieb 1290 die Juden aus England.

Wikipedia-Artikel: Eduard I. (England)

Edward II, depicted in Cassell's History of England, published circa 1902

Eduard II. (1284-1327) war sein 4. Sohn mit Eleanor von Kastilien, wurde als erster englischer Kronprinz 1301 Prince of Wales (= Fürst von Wales); er war nicht lasterhaft, aber ein vergnügungssüchtiger Narr; unter ihm gelang es den Baronen, aus der Monarchie eine Oligarchie zu machen, die von 21 Familien beherrscht wurde. 1314 verlor er alle eroberten Teile Schottlands an Bruce, wurde 1326 von seiner Frau Isabella (Tochter Philipps des Schönen von Frankreich) und ihren Günstlingen gestürzt und brutal ermordet.

Wikipedia-Artikel: Eduard II. (England)

Wappen von Piers Gaveston

Sein engster Jugendfreund von Kindheit an war Piers Gaveston, ein Ritterssohn aus der Gascogne, den sein Vater ihm als Spielgefährten an den Hof geholt hatte; Gaveston wurde Earl of Cornwall, war ungemein fähig, aber ebenso eitel, anmaßend und arrogant; der König verbannte ihn wegen seines schlechten Einflusses auf den Prinzen, der ihn nach des Vaters Tod zurückholte und mit Machtbefugnissen und Gunstbeweisen überschüttete; 1315 wurde er namens der Barone verhaftet und auf Befehl Guys de Beauchamp, Earl of Warwick, enthauptet.

Wikipedia-Artikel: Piers Gaveston, 1. Earl of Cornwall

Wappen des Clanchiefs der Bruce

Die alte schottische Adelsfamilie der Bruce war normannischer Herkunft, aus Bruis zwischen Cherbourg und Vallonges; der erste, Robert de Bruis, kam mit Wilhelm dem Eroberer 1066 nach England; der achte war Robert I. The Bruce (1274-1329), der 1304 König von Schottland wurde, sein Reich bis 1314 gegen England sichern musste, dann nach seinem Sieg über Eduard II. unangefochten regierte und eine vorzügliche Verwaltung aufbaute (deren Grundstrukturen bis heute tragen), um so Dynastie wie Staat zu sichern.

Wikipedia-Artikel: Bruce (Clan)

Wikipedia-Artikel: Robert I. (Robert The Bruce), König von Schottland (1306 - 1329)

Wikipedia-Artikel: David II., Sohn von Robert I., König von Schottland (1329-1371)

Wikipedia-Artikel: Edward Bruce, Bruder von Robert I., Hochkönig von Irland (1315 - 1318)

A mediaeval miniature of Edward III of England

Eduard III. (1312-1377) war der älteste Sohn Eduards II., wurde 1325 Herzog der Gascogne bzw. Aquitaniens, heiratete 1328 Philippa von Hennegau, hielt erbittert seine Ansprüche auf Teile Frankreichs aufrecht und schloss zu ihrer Förderung 1338 in Koblenz mit Ludwig dem Bayer ein Bündnis gegen Frankreich, woraus der Hundertjährige Krieg entstand; er wurde nie Prince of Wales, war freundlich und umgänglich und ein guter Verwalter; doch überließ er immer mehr Rechte seinen Untertanen, die ihm dafür Geld für seine Kriege gegen Frankreich und Schottland bewilligten; nach Bruces Tod baute er Windsor Castle neu, stiftete den Hosenbandorden zur Erneuerung der Ritterrunde König Artus' und kündigte 1366 die von John Lackland eingeräumte Suprematie des Papstes über England auf; als vollendeter Ritter führte er den glänzendsten Hof Europas; er drängte den kirchlichen Einfluss zurück sowie den der großen alten Familien, deren Titel und Besitzungen (Lancaster, Kent, Behun, Burgh, Mortimer) er seinen Söhnen übertrug, für die er den Titel Herzog (Duke) neu schuf; seine Söhne nannte er nach ihren Geburtsstädten: Lionel von Antwerpen (Duke of Clarence), John von Gaunt (= Gent, Duke of Lancaster), Edmund von Langley (Duke of York), Thomas von Woodstock (Duke of Gloucester); lediglich sein ältester Sohn wurde als The Black Prince (= der Schwarze Prinz) bekannt; John und Edmund begründeten die Rivalität der Häuser Lancaster und York, die zum Untergang der Plantagenets in den Rosenkriegen führte.

Wikipedia-Artikel: Eduard III. (England)

 

"Douglas ... Marmion"

Wappen der Earls of Douglas

Das schottische Adelshaus der Douglas (von gälisch dubh glas = Dunkelwasser oder dunkelblau) ist seit 1175 nachweisbar; der Hauptstamm der Schwarzen Douglas starb 1488 aus, die Herrschaft ging auf den Nebenstamm der Roten Douglas über; Stammsitz ist bis heute Douglasdale in Lanarkshire; die romantischste Gestalt war James (1286-1330), der Bruce entscheidend unterstützte, 70 Schlachten focht, in 54 siegte und schließlich bei dem Versuch, den letzten Wunsch von Bruce zu erfüllen - nämlich sein Herz in Palästina zu begraben, weil er sein Versprechen eines Kreuzzugs nicht habe verwirklichen können -, in Kämpfen mit den Mauren in Spanien fiel; seither führt das Haus ein Herz im Wappen; sein natürlicher Sohn Archibald der Grimme (1328-1400) wurde die Trägergestalt der wichtigsten Balladen um das Haus Douglas; Archibald VI., Earl of Angus (1489-1557), Vormund Jakobs V. und später verbannt, ist der Held der Ballade "A. D." von Theodor Fontane ebenso wie der Dichtung "Marmion: A Tale of Flodden Field" (Marmion: eine Erzählung über Flodden Field) von Walter Scott (veröffentlicht 1808). Die Schlacht auf dem Flodden Field fand 1513 zwischen dem nicht anwesenden Heinrich VIII. und Jakob IV. von Schottland statt: Vom Titelhelden Marmion heißt es, er sei eine Mischung aus Schuftigkeit und Edelmut gewesen.

Wikipedia-Artikel: Douglas (Dynastie)

Wikipedia-Artikel: Schlacht von Flodden Field

 

"Henry Irving"

Henry Irving

Er hieß eigentlich John Henry Brodribb (1838-1905), wurde 1895 als Sir Henry Irving geadelt, war einer der bedeutendsten Shakespeare-Interpreten aller Zeiten und führte als Schauspieler wie als Theaterdirektor eine bis dahin unbekannte Detailtreue auf der Bühne ein.

Wikipedia-Artikel: Henry Irving

 

"seinen Vater ermordet"

Ödipus und die Sphinx, Gemälde von Jean-Auguste Ingres (1808)

Vatermord gilt in den meisten Kulturen als das schlimmste Verbrechen überhaupt (man vgl. hierzu den Ödipus-Mythos).

Wikipedia-Artikel: Ödipuskonflikt

 

"Pflanze ... Scherz"

"plant" heißt die Pflanze usw., aber auch Kniff, Streich, Schwindel, Betrug; "to plant" dementsprechend pflanzen, anpflanzen usw., aber auch betrügen, übers Ohr hauen, an der Nase herumführen usw. (hierzu vgl. das österreichische "Wuist me pflonzn?").

 

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