Der Fluch des Buches

The Blast of the Book

Dieses Buch ist tödlich. Wer es liest, verschwindet spurlos.. Der Parapsychologe Professor Openshaw soll das Geheimnis lüften. Doch Father Brown glaubt nicht an okkulte Mächte ...

Professor Openshaw verlor jedesmal mit einem lauten Knall die Fassung, wenn ihn jemand einen Spiritisten nannte; oder einen Anhänger des Spiritismus. Das aber erschöpfte seine explosiven Elemente keineswegs; denn er verlor auch die Fassung, wenn ihn jemand einen Nichtanhänger des Spiritismus nannte. Es war sein Stolz, sein ganzes Leben der Erforschung psychischer Phänomene gewidmet zu haben; es war auch sein Stolz, niemals einen Hinweis darauf gegeben zu haben, ob er sie wirklich für psychisch oder lediglich für phänomenal hielt. An nichts erfreute er sich mehr, als in einem Kreis gläubiger Spiritisten zu sitzen und niederschmetternde Geschichten davon zu erzählen, wie er Medium nach Medium bloßgestellt und Schwindel nach Schwindel aufgedeckt habe; denn tatsächlich war er ein Mann von hohen detektivischen Gaben und Einsichten, sobald er nur seine Blicke auf ein Objekt gerichtet hatte, und er richtete sie immer auf ein Medium als höchst verdächtiges Objekt. Es gab da die Geschichte, wie er einen spiritistischen Schwindler in drei verschiedenen Verkleidungen erspäht hatte: als Frau verkleidet, als weißbärtiger alter Mann und als Brahmane von einem satten Schokoladebraun. Solche Erzählungen machten die wahren Gläubigen reichlich ruhelos, was ja auch die Absicht war; doch konnten sie sich darüber kaum beschweren, denn kein Spiritist leugnet die Existenz falscher Medien; nur des Professors strömende Erzählung mochte wohl anzudeuten scheinen, daß alle Medien falsch seien.

Aber wehe dem arglosen und unschuldigen Materialisten (und Materialisten als Rasse sind reichlich unschuldig und arglos), der es – die Tendenz solcher Erzählung voraussetzend – wagen sollte, die These vorzutragen, daß Geister gegen die Naturgesetze seien, oder daß solcherlei Dinge lediglich alter Aberglaube seien, oder daß das alles Quatsch sei, oder alternativ Humbug. Den pflegte der Professor unter jäher Umkehr all seiner wissenschaftlichen Batterien mit einer Kanonade unanzweifelbarer Fälle und unerklärbarer Phänomene vom Felde zu fegen, von denen der unselige Materialist nie in seinem Leben gehört hatte, und unter Angabe aller Daten und Details, und unter Zitierung aller versuchten und verworfenen Erklärungen; alles gab er in der Tat an, abgesehen davon, ob er, John Oliver Openshaw, an Geister glaube oder nicht; und weder Spiritisten noch Materialisten konnten sich jemals rühmen, das herausgefunden zu haben.

Hörprobe (7:55):
"Der Fluch des Buches"
aus der Reihe "Father Brown - Das Original"
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Anmerkungen des Übersetzers Hanswilhelm Haefs

 

"Titania ... Oberon"

Study for The Quarrel of Oberon and Titania, Joseph Noel Paton, um 1849

Hier Feengestalten aus Shakespeares Sommernachtstraum.

Wikipedia-Artikel: Ein Sommernachtstraum

Wikipedia-Artikel: Oberon (Elfenkönig)

 

"Kilmeny"

James Hogg

Das Mädchen Kilmeny ist die Hauptgestalt des Gesangs des 13. Barden in The Queens Wake (1813) von James Hogg (1770-1835). Hogg lässt darin Maria, Königin von Schottland, ihre (Toten-)Wache in Holyrood abhalten, während der ihr 17 Barden im Wettstreit ihre Gesänge singen: martialische, komische, schauerliche, mystische. Als berühmtester Gesang gilt der von Kilmeny, die - ins Gebirge gestiegen - nicht zurückkam und als tot betrauert wurde. In Wirklichkeit war sie von den Elfen aus dem menschlichen Jammertal in "ein Land der Liebe und des Lichtes" entführt worden, in dem sie Visionen von Krieg und Sünde in der Menschenwelt hat. Auf ihre Bitten darf sie einmal zurückkehren, in Schönheit und Heiligkeit verwandelt, um ihren Freunden von den Visionen zu berichten; doch nach einem Monat und einem Tag verschwindet sie wieder auf immer in der Anderwelt.

Wikipedia-Artikel: James Hogg

 

"Thomas der Reimer"

Thomas the Rhymer meets the Queen of Elphame in an illustration by Kate Greenaway

Thomas der Reimer (Thomas oder Tom the Rhymer, Thomas of Erceldoune, True Tom oder Thomas, auch Thomas of Learmont) war einerseits eine historische Gestalt (ca. 1220-ca. 1297), belegt als Landbesitzer in Berwickshire und berühmter Dichter, dem die bedeutendste englische Version der Tristan-Sage in anglonormannischer Sprache zugeschrieben wird, die Sir Walter Scott 1804 veröffentlichte (und die vermutlich auf einer französischen Fassung beruht), sowie als Urheber einer Reihe von Vorhersagen: daher der Beiname True Tom (= der die Wahrheit sagt). Er soll u. a. den Tod des Königs Alexander III. von Schottland, die Schlacht von Bannockburn usw. richtig vorausgesagt haben. Andererseits wurde er rasch zu einer literarischen Gestalt: Er erhielt seine Sehergabe von der Elfenkönigin, die er in ihr unterirdisches Reich begleitet hatte, wo er furchtbare Prüfungen bestehen musste. Im 15. Jahrhundert entstand eine ganze Reihe von Dichtungen über die Romanze zwischen True Tom und der "ladye gaye", der fröhlichen Dame, der Elfenkönigin, von denen Walter Scott die wichtigsten Balladen in seinem "Minstrelsy of the Scottish Border" sammelte.

Das Thema wurde einerseits von bedeutenden Dichtern behandelt, so u. a. von Rudyard Kipling in "The Last Rhyme of True Thomas" (1894; in: Rudyard Kipling - die Ballade von Ost und West - selected poems/ausgewählte Gedichte; übersetzt und herausgegeben von Gisbert Haefs, Haffmans Verlag, Zürich 1992), in dem die zweite Bedeutung des "true" gefeiert wird: Loyalität sich selbst gegenüber gegen große Gegenmächte; andererseits in einer ganzen Reihe von Volkssagen und Volksmärchen, wobei allerdings keineswegs klar ist, ob hier Wanderthemen sich der Ballade von True Tom angeschlossen haben oder ob nicht sogar die Ballade über ihn schon ein Konkokt aus früheren Wandersagen war. Das Hauptthema dieser Märchen ist, dass etwa ein Musiker, arm und hässlich (oder bucklig) so schön spielt, dass ihn die Elfen in ihr Reich holen, aus dem er als schöner reicher Jüngling zurückkommt (z. B. in Die Rheinlandsagen die Geschichte Der bucklige Geiger von Andernach; in Grimms Kinder- und Hausmärchen Die Geschenke des kleinen Volkes; die irische Variante The Piper of Ennis - Der (Dudelsackpfeifer von Ennis wird in deutschen Sammlungen, etwa in der Nacherzählung von Jürg Bauer, oft als "Fingerhütchen" bezeichnet, nach der Übersetzung der Brüder Grimm irischer Elfenmärchen, in der es sich aber um einen buckligen Korbflechter handelt). Die Ländereien des historischen Thomas sind heute noch in Earlston zu identifizieren. Am Rande der Eildon Hills (wohl aus gälisch "aill" = Fels und "dun" = Hügel; ca. 1130 Eldunun, später Eldune) liegt an der Straße der mächtige Eildon Tree Stone, der die Stelle markiert, an der Thomas von der Elfenkönigin abgeholt und in ihr unterirdisches Reich im Herzen der Hügel geführt wurde; eine halbe Meile westwärts sind die Huntly Banks, an denen Tom die "ladye gaye" erwartete; das nahegelegene Rhymer's Glen (etwa: die Schlucht des Reimers) wurde erst von Sir Walter Scott so genannt. Eine Familie Learmont, die sich als Abkömmlinge Toms bezeichnete, starb 1840 aus; der russische Dichter Lermontow behauptete, über diese Familie ebenfalls mit True Tom verwandt zu sein.

Wikipedia-article: Thomas the Rhymer

Wikipedia-article: Eildon Hill

 

"Babbage"

Charles Babbage

Charles Babbage (1792-1871), englischer Mathematiker, konstruierte 1833 eine Rechenmaschine, erfand 1847 den Augenspiegel.

Wikipedia-Artikel: Charles Babbage

 

"angloindischen Arztes"

Admiral Oscar Stanley Dawson

Im Original "Anglo-Indian Doctor"; bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch einen Mischling aus englischen und indischen Eltern, während hier ein Engländer gemeint ist, der in der Zeit des angloindischen Imperiums in Indien tätig gewesen war.

Wikipedia-Artikel: Anglo-Indian

 

"MD, MRCS"

Klassischer Äskulapstab als Symbol der Humanmedizin

Medicinae Doctor = Arzt; Member of the Royal College of Surgeons = Mitglied des Königlichen Kollegiums der Chirurgen.

(Den Namen "J. I. Hankey" könnte man Chestertons Wortspielliebe folgend so deuten: J wie Joint = aus einem Haschischrausch entstanden, I wie I in der Mathematik = imaginäre Einheit wie Hankey nach hanky-panky = Hokuspokus, Schwindel usw.; der Name "Pringle" könnte dann vom Verb to prink = sich herausputzen usw. abgeleitet sein.)

Wikipedia-article: Doctor of Medicine (MD)

 

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